GOTTES NICHTIGKEITEN : 

DER PREDIGER SALOMO

Das Buch Prediger ( Kohelet ) wird nach jüdischer Tradition ( aufgrund von Kapitel 1.1 ) König Salomo , dem Vorbild aller Weisen , zugeschrieben . Das Hebräisch des Buches enthält jedoch viele aramäische und auch persische Fremdwörter , was darauf hindeutet , dass es aus wesentlich späterer Zeit stammt . Das Buch Kohelet wird beim jüdischen Laubhüttenfest vorgelesen . Es enthält Gedanken über die Undurchschaubarkeit der Welt und den Sinn des Menschlichen Lebens . 

Der Kreislauf des Lebens unter der Sonne 

Die Worte des Predigers , des Sohnes Davids , des Königs in Jerusalem : ||| 2 O Nichtigkeit der Nichtigkeiten ! , spricht der Prediger . O Nichtigkeit der Nichtigkeiten ! Alles ist nichtig ! ||| 3 Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe , womit er sich abmüht unter der Sonne ? ||| 4 Ein Geschlecht geht und ein anderes Geschlecht kommt ; die Erde aber bleibt ewiglich ! ||| 5 Die Sonne geht auf , und die Sonne geht unter ; und sie eilt an ihren Ort , wo sie wieder aufgehen soll . ||| 6 Der Wind weht gegen Süden und wendet sich nach Norden ; es weht und wendet sich der Wind , und zu seinen Wendungen kehrt der Wind wieder zurück . ||| 7 Alle Flüsse laufen ins Meer , und das Meer wird doch nicht voll ; an den Ort , wohin die Flüsse einmal laufen , laufen sie immer wieder . ||| 8 Alle Worte sind unzulänglich , der Mensch kann es nicht in Worten ausdrücken ; das Auge sieht sich nicht satt , und das Ohr hört nie genug . ||| 9 Was ( einst ) gewesen ist , das wird ( wieder ) sein , und was ( einst ) geschehen ist , das wird ( wieder ) geschehen . Und es gibt nichts Neues unter der Sonne . ||| 10 Kann man von irgendetwas sagen : " Siehe , das ist neu" ? Längst schon war es in unbekannten Zeiten , die vor uns gewesen sind ! ||| 11 Man gedenkt eben an das Frühere nicht mehr , und auch an das Spätere , das noch kommen soll wird man nicht mehr gedenken bei denen , die noch später kommen sollen . |||

Die Nichtigkeit der menschlichen Weisheit 

12 Ich , der Prediger , war König über Israel in Jerusalem . ||| 13 Ich richtete mein Herz darauf , mit Weisheit alles zu erforschen und zu ergründen , was unter dem Himmel getan wird . Das ist ein mühseliges Geschäft , das Gott den Menschenkindern gegeben hat , damit sie sich mit ihm plagen sollen . ||| 14 Ich beobachtete alle Werke , die getan werden unter der Sonne , und siehe , es war alles nichtig und ein Haschen nach Wind ! ||| 15 Krumme Sachen kann man nicht gerade machen , und die , welche fehlen , kann man nicht zählen . ||| 16 Da redete ich mit meinem Herzen und sprach : Siehe , nun habe ich mir mehr und größere Weisheit angeeignet als alle , die vor mir über Jerusalem herrschten , und mein Herz hat viel Weisheit und Wissenschaft gesehen ; ||| 17 und ich richtete mein Herz darauf , die Weisheit zu erkennen , und zu erkennen , was Tollheit und Unverstand sei ; aber ich habe auch das als ein Haschen nach Wind erkannt . ||| 18 Denn wo viel Weisheit ist , da ist auch viel Enttäuschung , und wer sein Wissen mehrt , der mehrt seinen Schmerz . |||

Die Nichtigkeit der irdischen Freuden 

 Ich dachte in meinem Herzen : Auf , ich will es mit der Freude versuchen und das Gute genießen ! Aber siehe , auch das ist nichtig ! ||| 2 Vom Lachen sprach ich : Es ist töricht ! Und von der Freude : Was bringt sie ? ||| 3 Ich nahm mir in meinem Herzen vor , meinen Leib mit Wein zu verwöhnen , doch so , dass mein Herz in Weisheit die Leitung behielte , und mich an die Torheit zu halten , bis ich sähe , was für die Menschenkinder gut zu tun sei in ihren gezählten Lebenstagen unter dem Himmel . ||| 4 Ich führte große Unternehmungen durch ; ich baute mir Häuser , pflanzte mir Weinberge . ||| 5 Ich schuf mir Gärten und Parkanlagen und pflanzte darin Fruchtbäume jeder Art . ||| 6 Ich legte mir Wasserteiche an , um daraus den sprossenden Baumwald zu tränken . ||| 7 Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte auch Gesinde , das in meinem eigenen Haus geboren war ; so hatte ich auch größere Rinder - und Schafsherden als alle , die vor mir in Jerusalem gewesen waren . ||| 8 Ich sammelte mir auch Silber und Gold , Schätze der Könige und Länder ; ich verschaffte mir Sänger und Sängerinnen und was zur Wolllust der Menschensöhne dient : Frauen über Frauen . ||| 9 Und ich wurde größer und reicher als alle , die vor mir in Jerusalem gewesen waren ; auch blieb meine Weisheit bei mir . ||| 10 Und ich versagte meinen Augen nichts von allem , was sie begehrten ; ich hielt mein Herz von keiner Freude zurück ; denn mein Herz schöpfte Freude aus all meiner Mühe , und das war mein Teil von aller meiner Mühe . ||| 11 Als ich mich aber umsah nach all meinen Werken , die meine Hände gemacht hatten , und nach der Mühe , die mir gegeben hatte , um sie zu vollbringen , siehe , da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind , und nichts Bleibendes unter der Sonne ! |||

Der Tod rafft den Weisen und den Toren dahin 

12 Und ich wandte mich zur Betrachtung der Weisheit , der Tollheit und der Torheit . Denn was wird der Mensch tun , der nach dem König kommt ? Das , was man längst getan hat ! ||| 13 Und ich habe eingesehen , dass die Weisheit einen so großen Vorzug vor der Torheit hat wie das Licht vor der Finsternis . ||| 14 Der Weise hat seine Augen im Kopf ; der Tor aber wandelt in der Finsternis . Zugleich erkannte ich jedoch , dass ihnen allen das gleiche Geschick widerfährt . ||| 15 Da sprach ich in meinem Herzen : Wenn mir doch das gleiche Geschick widerfährt wie dem Toren , warum bin ich denn so überaus weise geworden ? Und ich sprach in meinem Herzen : Auch das ist nicht ! ||| 16 Denn dem Weisen wird ebenso wenig wie dem Toren ein ewiges Andenken zuteil , weil in den künftigen Tagen längst alles vergessen sein wird . Und wie stirbt doch der Weise samt dem Toren dahin ! |||

Arbeit und Erfolg sind nichtig 

17 Da hasste ich das Leben ; denn mir missfiel das Tun , das unter der Sonne geschieht ; denn es ist alles nichtig und ein Haschen nach Wind . ||| 18 Ich hasste auch alle meine Arbeit , womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne , weil ich sie dem Menschen überlassen muss , der nach mir kommt . ||| 19 Und wer weiß , ob der weise sein wird oder ein Narr ? Und doch wird er über all das Macht bekommen , was ich mit Mühe und Weisheit erarbeitet habe unter der Sonne . Auch das ist nichtig ! ||| 20 Da wandte ich mich ab und überließ mein Herz der Verzweifelung über all die Mühe , womit ich mich abgemüht hatte unter der Sonne . ||| 21 Denn das Vermögen , das einer sich erworben hat mit Weisheit , Verstand und Geschick , das muss er einem anderen als Erbteil abgeben , der sich nicht darum bemüht hat . Auch das ist nichtig und ein großes Unglück ! ||| 22 Denn was hat der Mensch von all seiner Mühe und dem Trachten seines Herzens , womit er sich abmüht unter der Sonne ? ||| 23 Denn er plagt sich jeden Tag mit Kummer und Ärger ; sogar in der Nacht hat sein Herz keine Ruhe . Auch das ist nichtig ! ||| 24 Ist es dann nicht besser für den Menschen , dass er esse und trinke und seine Seele Gutes genießen lasse in seiner Mühsal ? Doch habe ich gesehen , dass auch das von der Hand Gottes abhängt . ||| 25 Denn : "Wer kann essen und wer kann genießen ohne mich ?" ||| 26 Denn dem Menschen , der vor Ihm wohlgefällig ist , gibt Er Weisheit und Erkenntnis und Freude ; aber dem Sünder gibt er die Plage , zu sammeln und zusammenzuscharren , um es dem abzugeben , der Gott wohlgefällig ist . Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind . |||

Alles hat seine Zeit

3

Alles hat seine bestimmte Stunde , und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit : ||| 2 Geborenwerden hat seine Zeit , und Sterben hat seine Zeit ; Pflanzen hat seine Zeit , und das Gepflanzte ausreißen hat seine Zeit ; ||| 3 Töten hat seine Zeit , und Heilen hat seine Zeit ; Zerstören hat seine Zeit und Bauen hat seine Zeit ; ||| 4 Weinen hat seine Zeit , und Lachen hat seine Zeit ; Klagen hat seine Zeit , und Tanzen hat seine Zeit ; ||| 5 Steineschleudern hat seine Zeit , und Steinesammeln hat seine Zeit ; Umarmen hat seine Zeit , und sich der Umarmung enthalten hat auch seine Zeit ; ||| 6 Suchen hat seine Zeit , und Verlieren hat seine Zeit ; Aufbewahren hat seine Zeit und Wegwerfen hat seine Zeit ; ||| 8 Lieben hat seine Zeit , und Hassen hat seine Zeit ; Krieg hat seine Zeit , und Frieden hat seine Zeit . ||| 9 Was bleibt nun dem Schaffenden von dem , womit er sich abmüht ? ||| 10 Ich habe das mühselige Geschäft gesehen , das Gott den Menschenkindern gegeben hat , damit sie sich damit abplagen . ||| 11 Er hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit , auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt ___ nur dass der Mensch das Werk , das Gott getan hat , nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann . ||| 12 Ich habe erkannt , dass es nichts Besseres unter ihnen gibt , als sich zu freuen und Gutes zu genießen in seinem Leben ; ||| 13 doch wenn irgendein Mensch isst und trinkt und Gutes genießt bei all seiner Mühe , so ist das auch ein Gabe Gottes . ||| 14 Ich habe erkannt , dass alles , was Gott tut , für ewig ist ; man kann nichts hinzufügen und nichts davon wegnehmen ; und Gott hat es so gemacht , damit man ihn fürchte . ||| 15 Was da ist , das ist schon vor Zeiten gewesen , und auch was sein wird , ist schon vor Zeiten gewesen ; und Gott sucht das Vergangene wieder hervor . |||

Gott erinnert den Menschen an seine Vergänglichkeit 

16 Und weiter sah ich unter der Sonne : An der Stätte des Gerichts , da herrschte Ungerechtigkeit : ja , Ungerechtigkeit herrschte an der Stätte des Rechts . ||| 17 Da sprach ich in meinem Herzen : Gott wird den Gerechten wie den Gottlosen richten ; denn er hat dort eine Zeit bestimmt für jedes Vorhaben und für jedes Werk ! ||| 18 Ich sprach in meinem Herzen : Es geschieht wegen der Menschenkinder , damit Gott sie prüfe und damit sie einsehen , dass sie an und für sich ( wie das ) Vieh sind . ||| 19 Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs ist ein und dasselbe : Die einen sterben so gut wie die anderen , und sie haben alle denselben Odem , und der Mensch hat dem Vieh nichts voraus ; denn es ist alles nichtig . ||| 20 Ale gehen an denselben Ort : Alles ist aus dem Staub geworden , und alles kehrt auch wieder zum Staub zurück . ||| 21 Wer weiß , ob der Geist des Menschen aufwärtssteigt , der Geist des Viehs aber abwärts zur Erde fährt ? ||| 22 So sah ich denn , dass es nichts Besseres gibt , als dass der Mensch sich freue an seinen Werken ; denn das ist sein Teil ! Denn wer will ihn dahin bringen , dass er Einsicht in das gewinnt , was nach ihm sein wird ? |||

Die Nichtigkeit des menschlichen Mühens 

4

Und so wandte ich mich um und sah alle Bedrückungen , die verübt werden unter der Sonne ; und siehe , da flossen Tränen von Unterdrückten , die keinen Tröster hatten ; und weil die Hand ihrer Unterdrücker so stark war , konnte sie niemand trösten . ||| 2 Da pries ich die Toren , die längst gestorben sind , glücklicher als die Lebenden , die jetzt noch am Leben sind . ||| 3 Aber besser als beide ist der daran , der noch nicht geboren ist , weil er das böse Treiben , das unter der Sonne geschieht , gar nicht gesehen hat . ||| 4 Ich sah auch , dass alle Mühe und alles Gelingen im Geschäft nur den Neid des einen gegen den anderen weckt . Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind ! ||| 5 Der Tor faltet seine Hände und verzehrt sein eigenes Fleisch . ||| 6 Besser eine Handvoll Ruhe , als beide Fäuste voll Mühsal und Haschen nach Wind . ||| 7 Und ich wandte mich um und sah Nichtigkeit unter der Sonne . ||| 8 Da steht einer ganz allein , hat weder Sohn noch Bruder , und doch hat all seine Arbeit kein Ende , und er sieht nie Reichtum genug . Für wen mühe ich mich denn ab und enthalte meiner Seele das Beste vor ? Auch das ist nichtig und eine üble Mühe . ||| 9 Es ist besser , dass man zu zweit ist als allein , denn die beiden haben einen guten Lohn für ihre Mühe . ||| 10 Denn wenn sie fallen , so hilft der eine dem anderen auf ; wehe aber dem , der allein ist , wenn er fällt und kein Zweiter da ist , um ihn aufzurichten ! ||| 11 Auch wenn zwei beeinander liegen , so wärmen sie sich gegenseitig ; aber wie soll einer warm werden , wenn er allein ist ? ||| 12 Und wenn man den einen angreift , so können die beiden Widerstand leisten ; und eine dreifache Schnur wird nicht so bald zerreisen . ||| 13 Ein armer , aber weiser junger Mann ist besser als ein alter , törichter König , der sich nicht mehr warnen lässt . ||| 14 Denn aus dem Gefängnis ist er hervorgegangen , um zu herrschen , obschon er im Königreich jenes ( anderen ) arm geboren wurde . ||| 15 Ich sah alle Lebenden , die unter der Sonne wandeln , auf der Seite des jungen Mannes , des zweiten , der an die Stelle jenes ( anderen ) treten sollte . ||| 16 All das Volk , vor dem er herging , nahm keine Ende ; dennoch werden die Nachkommen sich nicht an ihm freuen . Denn auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind ! |||

Die Furcht Gottes im Alltagsleben 

5 ( 4,17 ) 

Bewahre deinen Fuß , wenn du zum Hause Gottes gehst ! Sich nahen , um zu hören , ist besser , als wenn die Toren Opfer bringen ; denn sie haben keine Erkenntnis , darum tun sie Böses . ||| 1 Übereile dich nicht mit deinem Mund , und lass dein Herz keine unbesonnenen Worte vor Gott aussprechen ; denn Gott ist im Himmel , und du bist auf der Erde ; darum sollst du nicht viele Worte machen . ||| 2 Denn Träume kommen von viel Geschäftigkeit , und dummes Geschwätz vom vielen Reden . ||| 3 Wenn du Gott ein Gelübde ablegst , so versäume nicht , es zu erfüllen ; denn er hat kein Wohlgefallen an den Toren ; was du gelobt hast , das sollst du auch erfüllen ! ||| 4 Es ist besser , dass du nicht gelobst , als dass du etwas gelobst und es nicht erfüllst . ||| 5 Lass dich durch deinen Mund nicht zur Sünde verführen , und sage nicht vor dem Boten : "Es war ein Versehen !" Warum soll Gott über deine Äußerung erzürnen und das Werk deiner Hände verderben ? ||| 6 Denn wo man viel träumt , da werden auch viel nichtige Worte gemacht . Du aber fürchte Gott ! ||| 7 Wenn du Unterdrückung des Armen im Land siehst und Beraubung im Namen von Recht und Gerechtigkeit , so wundere dich nicht darüber . Denn über dem Hohen lauert noch ein Höherer und über ihnen noch Höhere ; ||| 8 doch ein Vorteil für ein Land ist bei alledem ein König , der dem Ackerbau dient . ||| 

Reichtum bringt keine Sicherheit 

9 Wer Geld liebt , bekommt vom Geld nicht genug , und wer Reichtum liebt , nicht vom Gewinn . Auch das ist nichtig ! ||| 10 Wo viele Güter sind , da sind auch viele , die davon zehren , und was hat ihr Besitzer mehr davon als eine Augenweide ? ||| 11 Süß ist der Schlaf des Arbeiters , ob er nun wenig oder viel isst ; aber den Reichen lässt seine Übersättigung nicht schlafen . ||| 12 Es gibt ein böses Übel , das ich gesehen habe unter der Sonne : Reichtum , der von seinem Besitzer zu seinem Schaden aufbewahrt wird . ||| 13 Geht solcher Reichtum durch einen Unglücksfall verloren und hat der Betreffende einen Sohn gezeugt , so bleibt diesem gar nichts in der Hand . ||| 14 So nackt , wie er aus dem Leib seiner Mutter gekommen ist , geht er wieder dahin , und er kann gar nichts für seine Mühe mitnehmen , das er in seiner Hand davontragen könnte . ||| 15 Das ist auch ein böses Übel , dass er gerade so , wie er gekommen ist , wieder gehen muss ; und was bleibt ihm davon , dass er sich um Wind abgemüht hat ? ||| 16 Dazu muss er alle seine Tage ( sein Brot ) in Finsternis essen und hat viel Ärger , Leiden und Zorn . ||| 17 Siehe , was ich für gut und für schön ansehe , ist das , dass einer esse und trinke und Gutes genieße bei all seiner Arbeit , womit er sich abmüht unter der Sonne alle Tage seines Lebens , die Gott ihm gibt ; denn das ist sein Teil . ||| 18 Auch wenn Gott irgendeinem Menschen Reichtum und Schätze gibt und ihm gestattet , davon zu genießen und sein Teil zu nehmen und sich zu freuen in seiner Mühe , so ist das eine Gabe Gottes . ||| 19 Denn er denkt nicht viel an ( die Kürze ) seiner Lebenstage , weil Gott ihm die Freude seines Herzens gewährt . |||

Die Unbeständigkeit und Leere des menschlichen Daseins unter der Sonne

Es gibt ein Übel , das ich gesehen habe unter der Sonne , und schwer lastet es auf den Menschen : ||| 2 Wenn Gott einem Menschen Reichtum , Schätze und Ehre gibt , so dass ihm gar nichts fehlt , wonach seine Seele begehrt , wenn ihm Gott aber nicht gestattet , davon zu genießen , so ist das nichtig und ein schweres Leid ! ||| 3 Wenn ein Mann hundert Kinder zeugte und viele Jahre lebte ___ so groß auch die Zahl seiner Lebenstage würde , wenn seine Seele nicht gesättigt wird von dem Guten und ihm kein Begräbnis zuteilwird , so sage ich : Eine Fehlgeburt ist glücklicher als er ! ||| 4 Denn sie kam in Nichtigkeit und ging im Dunkel dahin , und ihr Name ist im Dunkel geblieben ; ||| 5 auch hat sie die Sonne nie gesehen noch gekannt ; ihr ist wohler als jenem ! ||| 6 Und wenn er auch zweitausend Jahre lebte und ( dabei ) nichts Gutes sähe ___ geht denn nicht alles dahin an denselben Ort ? ||| 7 Alle Arbeit des Menschen ist für seinen Mund ; die Seele aber wird nicht gesättigt ! ||| 8 Denn was hat der Weise vor dem Toren voraus , was der Demütige , der weiß , wie man vor den Lebenden wandeln soll ? ||| 9 Besser das , was wir mit den Augen anschauen , als das , wonach die Seele umherschweift . Auch das ist nichtig und ein Haschen nach Wind . ||| 10 Was immer entstanden ist , längst wurde es mit Namen genannt ! ||| Und es ist bekannt , was ein Mensch ist ; er kann nicht rechten mit dem , der mächtiger ist als er ; ||| 11 denn wenn er auch viele Worte macht , so sind sie doch ganz nichtig ; was hat der Mensch davon ? ||| 12 Denn er weiß , was für den Menschen gut ist im Leben , während der gezählten Tage seines nichtigen Lebens , die er wie ein Schatten verbringt ? Wer will dem Menschen sagen , was nach ihm sein wird unter der Sonne ? |||

Lob der Weisheit und der Besonnenheit 

Ein guter Name ist besser als wohlriechendes Salböl , und der Tag des Todes ( ist besser ) als der Tag der Geburt . ||| 2 Besser , man geht in das Haus der Trauer als in das Haus des Festlagers ; denn dort ist das Ende aller Menschen , und der Lebendige nimmt es zu Herzen . ||| 3 Kummer ist besser als Lachen ; denn wenn das Angesicht traurig ist , so wird das Herz gebessert . ||| 4 Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer ; aber das Herz der Narren im Haus der Lustigkeit . ||| 5 Es ist besser , auf den Tadel des Weisen zu hören , als dem Gesang der Narren zu lauschen ! ||| 6 Denn das Lachen des Narren ist wie das Knistern der Dornen unter dem Topf ; auch das ist nichtig ! ||| 7 Denn Bedrückung bringt den Weisen zur Tollheit , und das Bestechungsgeschenk verderbt das Herz . ||| 8 Der Ausgang einer Sache ist besser als ihr Anfang ; besser ein Langmütiger als ein Hochmütiger . ||| 9 Lass dich nicht schnell zum Ärger reizen ; denn der Ärger wohnt in der Brust der Toren . ||| 10 Sprich nicht : " Wie kommt es , dass die früheren Tage besser waren als diese ?" Denn nicht aus Weisheit fragst du so ! ||| Weisheit ist so gut wie ein Erbbesitz und ein Vorteil für die , welche die Sonne sehen . ||| 12 Denn die Weisheit gewährt Schutz , und auch das Geld gewährt Schutz , aber der Vorzug der Erkenntnis ist der , dass die Weisheit ihrem Besitzer leben gibt . ||| 13 Betrachte das Werk Gottes ! Wer kann gerade machen , was er gekrümmt hat ? ||| 14 Am Guten Tag sei guter Dinge , und am bösen Tag bedenke : Auch diesen hat Gott gemacht gleichwie jenen ___ wie ja der Mensch auch gar nicht herausfinden kann , was nach ihm kommt . ||| 15 Dies alles habe ich gesehen in den Tagen meiner Nichtigkeit : Da ist ein Gerechter , der umkommt in seiner Gerechtigkeit , und dort ist ein Gottloser , der lange lebt in seiner Bosheit . ||| 16 Sei nicht allzu gerecht und erzeige dich nicht übermäßig weise ! Warum willst du dich selbst verderben ? ||| 17 Sei aber auch nicht allzu gesetzlos und sei kein Narr ! Warum willst du vor deiner Zeit sterben ? ||| 18 Es ist am besten , du hältst das eine fest und lässt auch das andere nicht aus der Hand ; denn wer Gott fürchtet , der entgeht dem allem . ||| 19 Die Weisheit macht den Weisen stärker als zehn Mächtige , die in der Stadt sind . ||| 20 Weil kein Mensch auf Erden so gerecht ist , dass er Gutes tut , ohne zu sündigen , ||| 21 so höre auch nicht auf alle Worte , die man dir hinterbringt , und nimm sie nicht zu Herzen , damit du nicht deinen eigenen Knecht dir fluchen hörst . ||| 22 Denn wie oft ___ das weiß dein Herz ___ hast auch du anderen geflucht ! |||

Die wahre Weisheit ist auf Erden nicht zu finden 

23 Dies alles habe ich mit Weisheit geprüft . Ich sprach ; Ich will weise werden ! Aber sie blieb fern von mir . ||| 24 Wie weit entfernt ist das , was geschehen ist , und tief , ja , tief verborgen ! Wer will es ausfindig machen ? ||| 25 Ich wandte mich dazu , und mein Herz war dabei , zu erkennen und zu erforschen und zu fragen nach Weisheit und dem Endergebnis , aber auch kennenzulernen , wie dumm die Gottlosigkeit und wie unsinnig die Narrheit ist . ||| 26 Da fand ich : Bitterer als der Tod ist eine Frau , die fangnetzen gleicht , deren Herz ein Fallstrick ist und deren Hände Fesseln sind ; wer Gott wohlgefällig ist , wird ihr entkommen , aber der Sünder wird von ihr gefangen . ||| 27 Siehe , das habe ich herausgefunden , spricht der Prediger , indem ich eins ums andere prüfte , um zum Endergebnis zu kommen . ||| 28 Was aber meine Seele noch immer sucht , habe ich nicht gefunden ; einen Mann habe ich unter tausend gefunden ; aber eine Frau habe ich unter diesen allen nicht gefunden ! ||| 29 Allein , siehe , das habe ich gefunden , dass Gott den Menschen aufrichtig geschaffen hat ; sie aber  suchen viele arglistige Machenschaften . |||

Demut und Gottesfurcht in der Lebensführung 

Wer ist wie der Weise , und wer versteht die Deutung der Worte ? Die Weisheit eines Menschen erleuchtet sein Angesicht , und die Härte seiner Gesichtszüge wird verwandelt . ||| 2 Ich ( sage ) : Befolge den Befehl des Königs , und zwar wegen des vor Gott geleisteten Eides ! ||| 3 Lass dich nicht von seinem Angesicht verscheuchen und vertritt keine schlechte Sache ; denn er tut alles , was er will . ||| 4 Denn das Wort des Königs ist mächtig , und wer darf zu ihm sagen : Was machst du ? ||| 5 Wer das Gebot bewahrt , der will nichts von einer bösen Sache wissen , und das Herz des Weisen weiß um Zeit und Gericht . ||| 6 Denn für jedes Vorhaben gibt es eine Zeit und ein Gericht ; denn das Böse des Menschen lastet schwer auf ihm . ||| 7 Denn er weiß nicht , was geschehen wird ; und wer sagt ihm , wie es geschehen wird ? ||| 8 Kein Mensch hat Macht über den Wind , dass er den Wind zurückhalten könnte ; so gebietet auch keiner über den Tag des Todes ; auch gibt es im Krieg keine Entlassung , und der Frevel rettet den nicht , der ihn verübt . ||| 9 Dies alles habe ich gesehen und mein Herz all dem Treiben gewidmet , das geschieht unter der Sonne , in einer Zeit , da ein Mensch über den anderen herrscht zu seinem Schaden . ||| 10 Ich sag dann auch , wie Gottlose begraben wurden und ( zur Ruhe ) eingingen , während solche , die recht gehandelt hatten , den heiligen Ort verlassen mussten und vergessen wurden in der Stadt ; auch das ist nichtig ! ||| 11 Weil der Richterspruch über die böse Tat nicht rasch vollzogen wird , damit ist das Herz der Menschenkinder davon erfüllt , Böses zu tun . ||| 12 Wenn auch ein Sünder hundertmal Böses tut und lange legt , so weiß ich doch , dass es denen gut gehen wird , die Gott fürchten , die sich scheuen vor seinem Angesicht . ||| 13 Aber dem Gottlosen wird es nicht gut ergehen , und er wird , dem Schatten gleich , seine Tage nicht verlängern , weil er Gott nicht fürchtet ! ||| 14 Es ist eine Nichtigkeit , die auf Erden geschieht , dass es Gerechte gibt , denen es nach dem Tun der Gottlosen ergeht , und Gottlose , denen es nach dem Tun der Gerechten ergeht . Ich habe gesagt , dass auch das nichtig ist ! ||| 15 Darum habe ich die Freude gepriesen , weil es für den Menschen nichts Besseres gibt unter der Sonne , als zu essen und zu trinken und fröhlich zu sein , dass ihn das begleiten soll bei seiner Mühe alle Tage seines Lebens , die Gott ihm gibt unter der Sonne . ||| 16 Als ich mein Herz darauf richtete , die Weisheit zu erlernen und das geschäftige Treiben zu betrachten , das sich auf Erden abspielt , sodass einer seinen Augen weder bei Tag noch bei Nacht Schlaf gönnt ___ 17 da sah ich an dem ganzen Werk Gottes , dass der Mensch das Werk nicht ergründen kann , das geschieht unter der Sonne ; obwohl der Mensch sich Mühe gibt , es zu erforschen , so kann er es nicht ergründen ; und wenn auch der Weise behauptet , er verstehe es , so kann er es dennoch nicht ergründen . |||

Der Mensch hat sein Geschick nicht in der Hand 

Dies alles habe ich mir zu Herzen genommen , und dies habe ich zu erkennen gesucht , dass die Gerechten und die Weisen und ihre Werke in der Hand Gottes sind . Der Mensch weiß weder um Liebe noch um Hass ( im Voraus ) ; es liegt alles ( verborgen ) vor ihnen . ||| 2 Alles ( geschieht ) gleicherweise allen . Es kann dem Gerechten dasselbe begegnen wie dem Gottlosen , dem Guten und Reinen wie dem Unreinen , dem , der Opfer darbringt , wie dem , der keine Opfer darbringt ; dem Guten wie dem Sünder , dem , der schwört , wie dem , der sich vor dem Eid fürchtet . ||| 3 Das ist das Schlimme bei allem , was unter der Sonne geschieht , dass allen dasselbe begegnet ; daher wird auch das Herz der Menschen voll Bosheit , und Tollheit ist in ihren Herzen ihr Leben lang , und danach geht es zu den Toten ! ||| 4 Denn für jeden , der noch zu den Lebenden gehört , gibt es Hoffnung ; denn ein lebendiger Hund ist besser daran als ein toter Löwe . ||| 5 Denn die Lebendigen wissen , dass sie sterben müssen ; aber die Toten wissen gar nichts , und es wird ihnen auch keine Belohnung mehr zuteil ; denn man denkt nicht mehr an sie . ||| 6 Ihre Liebe und ihr Hass wie auch ihr Eifer sind längt vergangen , und sie haben auf ewig keinen Anteil mehr an allem , was unter der Sonne geschieht . ||| 7 So geh nun hin , iss mit Freuden dein Brot und trinke deinen Wein mit fröhlichem Herzen , denn Gott hat dein Tun längst gebilligt ! ||| 8 Lass deine Kleider allezeit weiß sein , und lass das Öl nicht fehlen auf deinem Haupt ! ||| 9 Genieße das Leben mit der Frau , die du liebst , alle Tage deines nichtigen Lebens , das er dir unter der Sonne gegeben hat , all deine nichtigen Tage hindurch ; denn das ist dein Anteil in ( diesem ) Leben und in der Mühe , womit du dich abmühst unter der Sonne . ||| 10 Alles , was deine Hand zu tun vorfindet , das tue mit deiner ganzen Kraft ; denn im Totenreich , in das du gehst , gibt es kein Wirken mehr und kein Planen , keine Wissenschaft und keine Weisheit ! ||| 11 Und ich wandte mich um und sah unter der Sonne , dass nicht die Schnellen den Wettlauf gewinnen , noch die Starken die Schlacht , dass nicht die Weisen das Brot erlangen , auch nicht die Verständigen den Reichtum , noch die Erfahrenen Gunst , denn sie sind alle von Zeit und Umständen abhängig . ||| 12 Denn auch der Mensch kennt seine Zeit nicht , so wenig wie die Fische , die mit dem tödlichen Netz gefangen werden , und wie die Vögel , die man mit der Schlinge fängt ; gleich diesen werden auch die Menschenkinder gefangen zur Zeit des Unheils , wenn es plötzlich über sie kommt . ||| 13 Auch das habe ich als Weisheit angesehen unter der Sonne , und sie schien mir groß : ||| 14 Gegen eine kleine Stadt , in der wenig Männer waren , kam ein großer König und belagerte sie und baute große Belagerungstürme gegen sie . ||| 15 Da fand sich in derselben ( Stadt ) ein armer , aber weiser Mann , der rettete die Stadt durch seine Weisheit , und doch gedachte kein Mensch an diesen armen Mann . ||| 16 Da sprach ich : Weisheit ist besser als Stärke ; aber die Weisheit des Armen ist verachtet , und man hört nicht auf seine Worte ! ||| 17 Die Worte der Weisen , die man in Ruhe hört , sind besser als das Schreien eines Herrschers unter den Narren . ||| 18 Weisheit ist besser als Kriegsgerät ; aber ein einziger Sünder verdirbt viel Gutes . |||

Warnung vor der menschlichen Torheit 

10 

Tote Fliegen bewirken , dass das Öl des Salbenbereiters stinkt und verdirbt ; wein wenig Torheit wiegt schwerer als Weisheit und Ehre ! ||| 2 Der Weise trägt sein Herz auf dem rechten Fleck , der Narr hat es am unrechten Ort . ||| 3 Auf welchem Weg der Narr auch gehen mag , es fehlt ihm überall an Verstand , und er sagt jedermann , dass er ein Tor ist . ||| 4 Wenn der Unmut des Herrschers gegen dich aufsteigt , so verlasse deinen Posten nicht ; denn Gelassenheit verhütet große Sünden . ||| 5 Es gibt ein Übel , das ich unter Sonne sah ; es gleicht einem Missgriff , der von einem Machthaber begangen wurde : ||| 6 Die Torheit wird auf große Höhen gestellt , und Reiche müssen unten sitzen ; ||| 7 ich sah Knechte auf Pferden , und Fürsten gingen wie Knechte zu Fuß . ||| 8 Wer eine Grube gräbt , fällt selbst hinein ; und wer eine Mauer einreißt , den wird eine Schlange beißen . ||| 9 Wer Steine bricht , verwundet sich daran , und wer Holz spaltet , bringt sich in Gefahr . ||| 10 Wenn eine Axt stumpf ist und man die Klingen nicht schleift , so muss man umso mehr Kraft anwenden ; aber durch Weisheit kommt man zum Gelingen . ||| 11 Wenn die Schlange beißt , ehe man sie beschworen hat , so hat der Beschwörer keinen Nutzen von seiner Kunst . ||| 12 Die Worte aus dem Mund eines Weisen sind anmutig , aber die Lippen eines Toren verschlingen ihn selbst ; ||| 13 der Anfang der Worte aus seinem Mund ist Dummheit , und das Ende seiner Rede die schlimmste Tollheit . ||| 14 Auch macht der Tor viele Worte , obgleich kein Mensch weiß , was geschehen ist ; und was nach ihm sein wird , wer kann es ihm sagen ? ||| 15 Die Mühe , die der Tor sich gibt , ermüdet ihn ; dabei findet er nicht einmal den Weg in die Stadt . ||| 16 Wehe dir , du Land , dessen König ein Knabe ist und dessen Fürsten schon am Morgen ( üppig ) speisen ! ||| 17 Wohl dir , du Land , dessen König ein Sohn des Edlen ist und dessen Fürsten zu rechten Zeit speisen , als Männer und nicht als Zecher . ||| 18 Durch Faulheit senkt sich das Gebälk , und durch lässige Hände tropft das Hausdach . ||| 19 19 Zum Vergnügen bereitet man Mahlzeiten , und der Wein erfreut die Lebendigen , und da Geld gewährt alles . ||| 20 Fluche dem König nicht einmal in deinen Gedanken , und verwünsche den Reichen auch nicht in deiner Schlafkammer ; denn die Vögel des Himmels tragen den Laut davon , und ein geflügelter ( Bote ) verkündet das Wort . |||

Fleiß und Umsicht in der Arbeit 

11

Sende dein Brot über das Wasser , so wirst du es nach langer Zeit wiederfinden ; ||| 2 verteile es an sieben und an acht , denn du weißt nicht , was Schlimmes auf Erden geschehen wird ! ||| 3 Wenn die Wolken mit Regen erfüllt sind , so ergießen sie sich auf die Erde . Und wenn ein Baum fällt , ob nach Süden oder nach Norden ___ an dem Ort , wo der Baum fällt , da bleibt er liegen . ||| 4 Wer auf den Wind achtet , der sät nicht , und wer auf die Wolken sieht , der erntet nicht . ||| 5 Gleich wie du nicht weißt , was der Weg des Windes ist , noch wie die Gebeine im Bauch der Schwangeren bereitet werden , so kennst du auch das Werk Gottes nicht , der alles wirkt . ||| 6 Am Morgen säe deinen Samen , und am Abend lass deine Hand nicht ruhen ; denn du weißt nicht , ob dieses oder jenes gedeihen wird , oder ob beides zugleich gut wird . |||

Weise Lebensfreude in Gottesfurcht 

7 Süß ist das Licht , und gut ist´s für die Augen , die Sonne zu sehen ! ||| 8 Denn wenn der Mensch auch viele Jahre lebt , so soll er sich in ihnen allen freuen und soll an die Tage der Finsternis denken , dass es viele sein werden . Alles , was kommt , ist Nichtigkeit ! ||| 9 Freue dich ( nur ) in deiner Jugend , junger Mann , und lass dein Herz fröhlich sein in den Tagen deines Jugendalters ; wandle in den Wegen deines Herzens und nach dem , was deine Augen sehen ___ doch sollst du ( dabei ) wissen , dass dir Gott über dies alles ein Urteil sprechen wird ! ||| 10 Entferne den Unmut aus deinem Herzen und halte das Übel von deinem Leib fern , denn Jugend und dunkles Haar sind nichtig ! |||

Die richtige Zeit , an den Schöpfer zu denken 

12

Und gedenke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugend , ehe die bösen Tage kommen und die Jahre herannahen , von denen du sagen wirst : "Sie gefallen mir nicht" ; ||| 2 ehe die Sonne und das Licht , der Mond und die Sterne sich verfinstern und die Wolken nach dem Regen wiederkehren ; ||| 3 zu der Zeit , wenn die Hüter des Hauses zittern und die Starken sich krümmen und die Müllerinnen aufhören zu arbeiten , weil sie zu wenige geworden sind , und wenn trübe werden , die aus dem Fenster schauen ; ||| 4 wenn die Türen zur Straße hin geschlossen werden und das Klappern der Mühle leiser wird , wenn man aufsteht beim Vogelgezwitscher und gedämpft werden die Töchter des Gesangs ; ||| 5 wenn man sich auch vor jeder Anhöhe fürchtet und Schrecknisse auf dem Weg sieht ; wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich mühsam fortschleppt und die Kaper versagt ___ denn der Mensch geht in sein ewiges Haus , und die Trauernden gehen auf der Gasse umher ___ ; ||| 6 ehe die silberne Schnur zerreißt und die goldene Schale zerspringt und der Krug an der Quelle zerbricht und das Schöpfrad zerbrochen in den Brunnen stürzt ||| 7 und der Staub wieder zur Erde zurückkehrt , wie er gewesen ist , und der Geist zurückkehrt zu Gott , der ihn gegeben hat . ||| 8 O Nichtigkeit der Nichtigkeiten ! , spricht der Prediger ; alles ist nichtig ! |||

Die Summe der Weisheit : Gottesfurcht und Gehorsam 

9 Und über das hinaus , dass der Prediger weise war , lehrte er auch das Volk Erkenntnis und erwog und erforschte und verfasste viele Sprüche . ||| 10 Der Prediger suchte gefällige Worte zu finden und die Worte der Wahrheit richtig aufzuzeichnen . ||| 11 Die Worte der Weisen sind wie Treiberstacheln , und wie eingeschlagene Nägel die gesammelten ( Aussprüche ) ; sie sind von einem einzigen Hirten gegeben . ||| 12 Und über diese hinaus , lass dich warnen , mein Sohn ! Des vielen Büchermachens ist kein Ende , und viel Studieren  ermüdet den Leib ! ||| 13 Lasst uns die Summe aller Lehre hören : Fürchte Gott und halte seine Gebote ; denn das macht den ganzen Menschen aus . ||| 14 Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen , samt allem Verborgenen , es sei gut oder böse . |||

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